Annabell beißt sich in ein glücklicheres, zufriedeneres Leben

Am 20. Juli 2009 erreichte uns folgender Hilferuf:

"Wir haben eine anderthalbjährige Berner-Sennen-Hündin in unserem Gärtnereibetrieb und müssen uns von ihr trennen, da es zu mehreren Beißvorfällen gekommen ist. Die Hündin lebt mit einem Jack-Russel zusammen und konnte sich bisher frei auf dem Gelände bewegen. Nunmehr liegt sie an einer Kette, da uns das Risiko aufgrund der immer weiter ansteigenden Aggressivität zu groß geworden ist. Wir können uns nicht erklären, warum es immer wieder zu Vorfällen kommt. Auf jeden Fall muss sie bis zum Wochenende hier weg."

Das Wettrennen gegen die Zeit ging los. Wir telefonierten wie die wilde Wutz, um einen geeigneten Platz für "Annabell" zu finden. Natürlich ohne Erfolg. Freie Kapazitäten für diese Hunde sind und bleiben halt Mangelware. Wir beschlossen also, es wird zusammengerückt.

Am 25. Juli 2009 war es dann soweit. Annabell kam zu uns. Gebracht wurde sie von dem Sohn nebst Frau. Beide schienen sichtlich angeschlagen und weinten. Annabell machte einen sehr verunsicherten Eindruck, versuchte sich hinter "ihren Leuten" zu verstecken und machte uns unmissverständlich klar, dass wir uns auf gar keinen Fall nähern sollten.

Jetzt sollten wir die traurige Geschichte von Annabell erfahren: Annabell wurde als Welpe von den Kindern für den Vater als Geburtstagsgeschenk angeschafft. Trotz des Hinweises darauf, dass sie als junger Hund nicht neben dem Fahrrad geführt werden soll, ließ sich der Hundehalter nicht beirren. Nachdem deutlich Haltungsschäden zu erkennen waren, gingen die Kinder gegen den Willen des Vaters mit dem Hund zum Tierarzt. Dort wurde festgestellt, dass sich eine Wachstumsfuge nicht geschlossen hatte und eine Hüfte nicht in Ordnung sei. Gegen die Schmerzen bekam sie Schmerztabletten und eine Knochenaufbaukur – selbstverständlich durfte der Vater davon nichts wissen -. Zu allem Elend wurde Annabell auch noch von einem Auto angefahren, wobei ein Vorderbein schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch dies wurde durch die Kinder – heimlich… versteht sich – beim Tierarzt behandelt. Wieder vollgestopft mit Schmerztabletten und natürlich nur die notwendigste Versorgung.

Immer wieder von seinen Kindern darauf aufmerksam gemacht, dass Annabell nur noch apathisch herumliegt, erklärte der große Zampano, "solange ein Hund nicht jault, fehlt ihm auch nichts!"

Ja nee … is klar!!! Hier sind Gedanken absolut zollfrei!!!

Auffallend war auch, dass Annabell nur gebissen hat, wenn sie sich in irgendeiner Form erschrak und es zu keinen schwerwiegenden Verletzungen gekommen ist. Meistens waren es graue oder blondhaarige Männer???

Dreimal darf man hier raten, welche Haarfarbe der Vater des Hauses hat!

Nun ja, jetzt lebt sie hier, hat Merten direkt schöne Augen gemacht (was ihm auf Anhieb sehr gut gefiel), so dass wir uns entschlossen, für die beiden eine häusliche Gemeinschaft zu gründen. Wunderbar… beide sind überglücklich und zufrieden. Bisher ist Annabell in keinster Weise auffällig, ganz im Gegenteil, sie ist vom ersten Tag an nur freundlich, verspielt, aufmerksam und verschmust.

Ihre Unsicherheit ist uns gegenüber wie weggeblasen und sie erscheint wie ausgewechselt. Es ist einfach nur eine Freude mit ihr umzugehen.

Nach Rücksprache mit dem bis jetzt behandelnden Tierarzt werden wir gemeinsam mit unserer Tierärztin Frau Müller alles daran setzen, die süsse Maus weitestgehend schmerzfrei durchs Lebens zu bringen.

Eines ist aber absolut sicher: Nie mehr wird sie missverstanden am Ende einer Kette hängen.

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