Annabell beißt sich in ein glücklicheres, zufriedeneres Leben

Am 20. Juli 2009 erreichte uns folgender Hilferuf:

"Wir haben eine anderthalbjährige Berner-Sennen-Hündin in unserem Gärtnereibetrieb und müssen uns von ihr trennen, da es zu mehreren Beißvorfällen gekommen ist. Die Hündin lebt mit einem Jack-Russel zusammen und konnte sich bisher frei auf dem Gelände bewegen. Nunmehr liegt sie an einer Kette, da uns das Risiko aufgrund der immer weiter ansteigenden Aggressivität zu groß geworden ist. Wir können uns nicht erklären, warum es immer wieder zu Vorfällen kommt. Auf jeden Fall muss sie bis zum Wochenende hier weg."

Das Wettrennen gegen die Zeit ging los. Wir telefonierten wie die wilde Wutz, um einen geeigneten Platz für "Annabell" zu finden. Natürlich ohne Erfolg. Freie Kapazitäten für diese Hunde sind und bleiben halt Mangelware. Wir beschlossen also, es wird zusammengerückt.

Am 25. Juli 2009 war es dann soweit. Annabell kam zu uns. Gebracht wurde sie von dem Sohn nebst Frau. Beide schienen sichtlich angeschlagen und weinten. Annabell machte einen sehr verunsicherten Eindruck, versuchte sich hinter "ihren Leuten" zu verstecken und machte uns unmissverständlich klar, dass wir uns auf gar keinen Fall nähern sollten.

Jetzt sollten wir die traurige Geschichte von Annabell erfahren: Annabell wurde als Welpe von den Kindern für den Vater als Geburtstagsgeschenk angeschafft. Trotz des Hinweises darauf, dass sie als junger Hund nicht neben dem Fahrrad geführt werden soll, ließ sich der Hundehalter nicht beirren. Nachdem deutlich Haltungsschäden zu erkennen waren, gingen die Kinder gegen den Willen des Vaters mit dem Hund zum Tierarzt. Dort wurde festgestellt, dass sich eine Wachstumsfuge nicht geschlossen hatte und eine Hüfte nicht in Ordnung sei. Gegen die Schmerzen bekam sie Schmerztabletten und eine Knochenaufbaukur – selbstverständlich durfte der Vater davon nichts wissen -. Zu allem Elend wurde Annabell auch noch von einem Auto angefahren, wobei ein Vorderbein schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch dies wurde durch die Kinder – heimlich… versteht sich – beim Tierarzt behandelt. Wieder vollgestopft mit Schmerztabletten und natürlich nur die notwendigste Versorgung.

Immer wieder von seinen Kindern darauf aufmerksam gemacht, dass Annabell nur noch apathisch herumliegt, erklärte der große Zampano, "solange ein Hund nicht jault, fehlt ihm auch nichts!"

Ja nee … is klar!!! Hier sind Gedanken absolut zollfrei!!!

Auffallend war auch, dass Annabell nur gebissen hat, wenn sie sich in irgendeiner Form erschrak und es zu keinen schwerwiegenden Verletzungen gekommen ist. Meistens waren es graue oder blondhaarige Männer???

Dreimal darf man hier raten, welche Haarfarbe der Vater des Hauses hat!

Nun ja, jetzt lebt sie hier, hat Merten direkt schöne Augen gemacht (was ihm auf Anhieb sehr gut gefiel), so dass wir uns entschlossen, für die beiden eine häusliche Gemeinschaft zu gründen. Wunderbar… beide sind überglücklich und zufrieden. Bisher ist Annabell in keinster Weise auffällig, ganz im Gegenteil, sie ist vom ersten Tag an nur freundlich, verspielt, aufmerksam und verschmust.

Ihre Unsicherheit ist uns gegenüber wie weggeblasen und sie erscheint wie ausgewechselt. Es ist einfach nur eine Freude mit ihr umzugehen.

Nach Rücksprache mit dem bis jetzt behandelnden Tierarzt werden wir gemeinsam mit unserer Tierärztin Frau Müller alles daran setzen, die süsse Maus weitestgehend schmerzfrei durchs Lebens zu bringen.

Eines ist aber absolut sicher: Nie mehr wird sie missverstanden am Ende einer Kette hängen.

Sorry, leider ist der umfangreiche Text unumgänglich, um alle Fakten zusammenzutragen. Solltet Ihr allerdings davon ausgehen, dass Tierschutz immer mit Herz und Verstand betrieben wird, bewaffnet Euch mit einem Getränk und lasst die Geschichte auf Euch wirken.
 

Benehmen ist Glücksache, Glück hat nicht Jeder. Der von Retriever in Not e.V. Bad Sassendorf überstellte Labrador Merten klagt an:

Hallo, mein Name ist Merten, ich bin ein wunderschöner sechsjähriger blonder Labrador, kastriert, geimpft, gechipt. Meine sogenannte "Rettung" (aus einem belgischen Tierheim) habe ich dem Verein Retriever in Not, Bad Sassendorf, zu verdanken. Dieser Verein sieht seine Hauptziele in der Übernahme von Hunden von sogenannten Vermehrern. So weit so gut!!! Fakt ist, ich landete in einer Pflegestelle, die sich aufopferungsvoll um mich kümmerte. Alles war wunderbar bis zu dem Zeitpunkt als ich aus Gründen der Unsicherheit plötzlich hier und da mal unartig war. Ich fühlte mich mit der Situation bei meinen Pflegeeltern überfordert und umgekehrt. Deshalb versuchten meine Pflegeeltern einen geeigneten Platz für mich zu finden, obwohl die Verantwortlichen des Vereins mich lieber über die Regenbogenbrücke hätten gehen lassen.

Das wollten meine Pflegeeltern auf gar keinen Fall zulassen und schafften es nach vielen, vielen Absagen anderer Tierheime, mich auf dem Tierhof Straelen unterzubringen.

Was soll ich Euch sagen: Seit dem 12. Juni 2009 lebe ich jetzt hier. Ja, ich lebe!!! Kaum zu glauben, meine Leute haben mich herzlich und völlig unvoreingenommen aufgenommen und wir haben jede Menge Spaß miteinander. Sie sagen, ich bin ein echter Pausenclown. Das will ich auch bleiben. Böse Zungen allerdings behaupten, "Arschkrampen" wie ich gehören in den Himmel. Ohne wenn und aber!!!

Meine Frage an Euch – einfach nur so, ich versteh die Welt nicht mehr -: Wer ist denn jetzt die Arschkrampe???

Wisst Ihr, für mich ist das alles viel zu aufregend und ich habe hier so viel zu tun, so dass ich meine Leute gebeten habe, mal meine Meinung über den sogenannten Tierschmutz dieses Vereins zu verkünden.

Was ich aber auf gar keinen Fall vergessen möchte: Ich danke meiner Pflegestelle ganz aufrichtig, mir meinen Arsch gerettet zu haben, mit einem ganz dicken Schmatzer und verspreche Euch: Ich werde Euch das nie vergessen!!! Danke

Euer Merten

Natürlich können und wollen wir uns der Bitte unseres Schützlings nicht entziehen. Im Gegenteil: Mertens Geschichte (und wahrscheinlich vieler seiner Leidensgenossen) ist so haarsträubend, dass das gesamte Team des Tierhofes Straelen bei den sich hier auftuenden Abgründen des sogenannten Tierschutzes, zur Vermeidung eines Magendrehers bzw. eines Magengeschwüres mit dem Namen "Retriever in Tot" (sorry: Schreibfehler!?), hier einmal in die Schüssel kotzen muss:

Zur Geschichte:

Die Pflegestelle von Merten wandte sich an uns mit der Bitte ihn bei uns aufzunehmen. Sie seien völlig überfordert, hätten unzählige Tierschutzvereine kontaktiert, keiner hätte sich bereit erklärt Merten zu übernehmen. Unsere Kontaktadresse hätte sie allerdings von einer Tierschutzeinrichtung erhalten und wir seien jetzt ihre letzte Hoffnung. Die Verantwortlichen des Vereins hätten darum gebeten, Mertens Probleme klein zu reden, das könne und wolle sie aber nicht, da sie das als verantwortungslos empfinden würde.

Kommentar:
Schön, dass es in diesem Verein zumindest verantwortungsbewusste Pflegestellen gibt.

Wie fast immer, unsere Kapazitäten waren mal wieder erschöpft, wir konnten und wollten einen neuen Schützling nicht zum Problem eines vorhandenen Schützlings machen und baten um etwas Zeit für eine Lösung.

Die Pflegeeltern schilderten uns Mertens Verhaltensauffälligkeiten wie folgt:

Bei Ankunft in der Pflegefamilie wunderte man sich darüber, wie normal und selbstverständlich Merten sich in die Familie eingliederte, obwohl sie vom Verein dahingehend unterrichtet wurden, Merten käme vom Vermehrer (Erklärung: Züchter), wäre sicherlich in den ersten drei Tagen nicht unbedingt kontaktfreudig und müsse sich erst einmal an die neue Situation gewöhnen. Dann wäre er aber okay. Schnell sollte man feststellen, dass es genau anders sein sollte. Zunächst völlig untypisches Verhalten eines sogenannten Vermehrer-Hundes, scheinbar wohnungsgewöhnt, stubenrein und einfach nur lieb und gehorsam, eigenartigerweise auch wohl schon seit längerer Zeit kastriert?!

Kommentar: Kastriert?! Welcher Vermehrer kastriert denn seine ausrangierten Rüden? Hat der Verein vielleicht ein besonders freundschaftliches Verhältnis zum sogenannten Vermehrer? Ist man vielleicht verwandtschaftlich verbunden? Wie erklären wir uns das?!

Gar nicht, Gedanken sind hier zollfrei.

Nach einigen Tagen kam es bei bestimmten Situationen schon mal zu einem Knurren, an der Leine meinte Merten die Regie übernehmen zu müssen, Spaziergänge wurden chaotisch, Besuch wurde verbellt und sogar angegriffen (in den Nacken gesprungen, zugeschnappt).

Auffallend hierbei: Es gab keinerlei blutige Verletzungen von Mensch und Tier, auch die Bluse war nicht beschädigt!!!

Unter dem Tisch liegend, knurrte er sogar die Pflegemama an, als diese ihre Beine bewegte und im Auto zeigte er unmissverständlich seinen Unmut darüber, dass sich jemand auf die Rückbank setzt. Mit seinem im gleichen Haushalt lebenden Labradorkumpel und anderen Vierbeinern entgegen verstand er sich immer gut und war völlig unauffällig. Hier sollte noch erwähnt sein, dass in der Pflegefamilie Kinder leben und natürlich klar war, dass man diese nicht in Gefahr bringen darf.

Nach einigem Hin und Her fanden wir nun eine Lösung, weil Mertens Geschichte uns nicht mehr los ließ und Hilfestellung seitens des Vereins in keinster Weise erbracht wurde. Im Gegenteil:

Die Verantwortlichen des Vereins (explizit: 1. Vorsitzende Dagmar Auf der Maur – Retriever in Not – und Projektleitung Nicole – Liberty for Dogs -) sahen sich eher berufen, folgende Aussagen zu treffen:

Zitat Auf der Maur:

Ich schläfere beißauffällige Hunde lieber ein, weil man die meisten Hunde nicht heilen kann. Ich kenne die Kl. Arche Straelen. Natürlich hat er nicht bei mir gelebt, somit muss man immer auf das vertrauen, was uns die Pflegestelle über einen Hund berichtet. Ihr macht das schon…

Viele Hunde werden einfach von dummen Menschen falsch verpaart. Auch ich wurde mal von einem meiner eigenen Hunde mitten ins Gesicht gebissen. Völlig verschwollen und blutunterlaufen. Dem Hund habe ich bis zu seinem Tod, Jahre später nicht mehr vertraut. So einem Hund möchte ich heute hier nicht mehr beköstigen und pflegen. Solche Hunde nenne ich ARSCHKRAMPEN und heute sind sie mir SCHEISS EGAL. Ich persönlich möchte nicht mehr jeden Hund retten….

Es gibt immer viele Gründe, dass ein Hund angreift. Es kann erblich sein, oder aus schlechten Erfahrungen oder als Selbstschutz. Wir werden diese Gründe nicht erfahren. Fakt ist, ein doppelter schwerer Angriff. Wie schon so oft von mir geschrieben, geht mir als absoluter Hundemensch, der Schutz des Menschen immer vor.

Es gibt Menschen, die solche Hunde aufnehmen und versuchen zu therapieren. Leider sind diese Plätze in ganz Deutschland überfüllt, weil wieder der Mensch meint, jeder Hund kann und muss therapiert werden. Die Wahrheit ist eine andere. Die Hunde sitzen in Tierheimen bis zu ihrem Lebensende in Zwingern. Weggesperrt für immer …

Wenn es in meiner Macht steht, bewahre ich unsere Retriever vor so einem schweren, traurigen Schicksal.

….. wenn diese wenigen Pflegestellen voll sind und auch noch vermittelte Hunde als Rückläufer zurückkommen, was sollen wir dann tun. Möchtest Du mal ein paar Tage hier verbringen? Wenn sich die Hunde ineinander verbeißen? Große Hunde? Gehst Du dann dazwischen und lässt Dich verletzen? Oder, wenn die Hunde nach Dir schnappen, ich rede hier nicht von einem Labbi, sondern von Bulldoggen und BXE? Die haben ein anderes Gebiss.

Du möchtest doch Merten auch loswerden. Hier ist aber niemand, der sich dieser Aufgabe Velten/Merten stellt. Niemand der den Mut hat. Ist es verkehrt einen geeigneten Platz für sie zu finden, oder sollen wir sie in die Pension bringen und sie dort wegschließen und jahrelang für sie täglich bezahlen? Ich habe entschieden sie zu erlösen. Niemals würde ich so einem Hund zumuten, ein Leben hinter Gittern zu fristen.

Ihr macht Euch das alle sehr einfach.

Ich möchte keinen Hund mehr haben, der Menschen beißt und verletzt. Im Laufe meiner Tierschutzarbeit habe ich eine andere Einstellung dazu bekommen. Hunde die beißen und angreifen, nehmen lieben Hunden die Chance auf einen Platz. Ich würde einen beißauffälligen Hund immer einschläfern. Mich interessiert es nicht mehr, warum er immer wieder austickt…

Mir geht die Sicherheit des Menschen, vor jeden unberechenbaren Hund.

Zitat Nicole (Projektleitung Liberty for Dogs):

Ich habe im letzten Jahr so viel Beißattacken bewältigt. An denen wärst Du verzweifelt. Und dennoch würde ich es nicht noch einmal machen! Ich würde jeden Hund, der mich von hinten angeht, ohne Umwege zum TA fahren. Ich würde keine Erklärung mehr suchen, keine Diskussion beginnen und nie wieder darüber nachdenken. Ich habe meine Familie und unser Rudel in eine unverantwortliche Situation gebracht. Die einfachste Art ist nämlich nicht das Einschläfern in solchen Situationen. Die einfachste Art ist das Abschieben des Hundes auf einen Gnadenhof. Einem Risikofaktor wie Merten dieses zuzumuten und diesem "Rüpel" seine gefährlichen Eigenarten abzugewöhnen ist unverantwortlich. Für mich ist die Übernahme des Hundes vom Gnadenhof ein Projekt, an dem man sich versuchen will. Ein Versuch auf Kosten des Hundes".

Dagmar hat Recht, wenn sie sagt, es interessiere sie nicht, warum der Hund so ist. Das ist auch unmöglich zu finden. Wir gehen vom Istzustand aus und von der Zukunft. Und Menschen gehen immer vor!

Ich würde jedem Pitbull, Staff und was weiß ich, die Todesspritze gönnen, anstatt in Tierheimen immer weiter weggesperrt zu werden.

Kommentar des Tierhofes Straelen:
 

Liebe Frau Auf der Maur,

da mit Ihnen kein Telefongespräch möglich war, nein, Sie sogar, obwohl Sie genau wussten, dass Merten von uns übernommen wurde, Sie wahrscheinlich selbst die Daten des Tierhofes Straelen in den Abgabevertrag geschrieben haben, sich aber plötzlich nicht mehr an uns erinnern wollten, beendeten Sie das Gespräch durch Auflegen nach ca. zwei Sätzen.

Okay, dann reden wir halt hier weiter…

Allen Ernstes behaupten Sie von sich, Verantwortung Menschen gegenüber zu übernehmen. Wie sieht Ihre Verantwortung aus? Einschläfern… ganz einfach. Haben Sie Verantwortung übernommen, als Sie Merten rübergeholt haben? Haben Sie sich Gedanken darüber gemacht, dass Sie Ihre Pflegestelle in Gefahr gebracht haben? War es Ihnen peinlich, dass Sie Ihre Pflegestelle allein gelassen haben. Haben Sie schon einmal davon gehört, dass es Benimmregeln gibt. Bis heute haben wir für die Aufnahme des Hundes von Ihnen kein Dankeschön für die Ersparnis der Todesspritze bekommen, geschweige denn, dass Sie überhaupt Interesse an dem von Ihnen und Ihrem Verein produzierten Problem zeigen.

Halten Sie sich für den Todesengel oder was macht Sie so besessen. Was haben Sie denn Schlimmes in Ihrer Vergangenheit erlebt? Das kann ja nicht schlimm genug gewesen sein, denn letztendlich lassen Sie sich nicht davon abhalten, hunderte von Rassetieren wild in Deutschland an Pflegestellen zu verteilen, die teilweise noch nicht einmal durch zuständige Veterinärämter überprüft sind, nutzen den guten Willen solcher Leute schamlos aus und lassen diese zu guter Letzt auch noch im Regen stehen!!! Welche Negativquote in Form von Entsorgung nehmen Sie von vornherein in Kauf? Lassen gut vermittelte Hunde, wenn die Kasse klingelt, sie wieder ruhig schlafen? Wissen die treuen Menschen, die Sie unterstützen, dass hinter solcher Art Tierschutz Methode steckt? Macht sich einer Ihrer Verantwortlichen ein eigenes Bild von dem jeweiligen Hund? Merten durfte niemanden von Ihnen kennenlernen und trotzdem haben Sie ihn zur Arschkrampe/Todeskandidat gestempelt. Unterstützen Ihre Mitglieder Ihren offensichtlich gelebten Tierschutzgedanken, der uns zugetragen wurde oder machen Sie Ihren Mitgliedern gegenüber lieber einen guten Eindruck?

Natürlich machen Sie lieber einen guten Eindruck!!! Rechts auf Ihrer Homepage findet man die Rubrik "Auf ins Leben". Uns fehlt hier eindeutig die Rubrik "Flott zu Gott".

Machen Sie sich nur ansatzweise Gedanken über in Deutschland ansässige Tierheime, die zum guten Schluss Ihren "Scheiß" – den Tieren gegenüber natürlich nicht negativ gemeint – wegräumen, deswegen total überfüllt sind und denen Sie dann noch nachsagen, diese würden die Hunde nur wegsperren. Sie beweihräuchern sich damit, hunderte von Tieren vermittelt zu haben, stecken sich die Kohle ein, und kennen noch nicht einmal das Wörtchen "Danke". Sie selbst schreiben in den Abgabevertrag für Merten noch nicht einmal den Abgabegrund/Charaktereigenschaften und schämen sich nicht von "Verantwortung Menschen gegenüber" zu sprechen. Sie vermitteln auf Teufel komm raus Tiere, die sie durch nicht geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter in die Weltgeschichte gehen lassen. Wo ist denn da von Verantwortung ansatzweise etwas zu sehen?

Und nicht zuletzt: Die sogenannten Vermehrer lachen sich darüber kaputt, dass Sie ihnen die Tiere abkaufen, um sich das Säckle zu füllen und wieder Platz schaffen. Stecken Sie doch einfach mehr Zeit und Energie in die Öffentlichkeitsarbeit, um die Menschen zu sensibilisieren, ob und wenn überhaupt von welchen Züchtern man Tiere erwerben sollte! Überhaupt, warum spezialisieren Sie sich auf Rassehunde? Sind diese besser an den Mann zu bringen?! Ein Schelm, der Böses dabei denkt!!! Die Einstellung, dass Verschnitt gerne hingenommen wird, haben Sie immerhin mit den Vermehrern gemeinsam!

Und jetzt kommen wir mal zu Ihrer Kollegin Nicole? (Liberty for Dogs). Klasse, Sie berichtet von vielen Beißvorfällen. Unsere Frage an Sie: Sollten Sie nicht mal überdenken, ob das nicht die falsche Frau am richtigen Rudel ist. Wie widersprüchlich ist das denn: Man hält sich selbst für erfahren und berichtet von unzähligen Beißvorfällen? Leben Sie tatsächlich den Tierschutzgedanken oder haben Sie sich das Thema "Volksverarschung" unter dem Denkmantel des Tierschutzes zur Aufgabe gemacht?

Sie und Ihre Machenschaften sind eine Ohrfeige für den gesamten ehrlich gemeinten und gelebten Tierschutz und vor allem für vernünftige Tierschutzeinrichtungen, über die Sie sich jederzeit bei den zuständigen Behörden erkundigen könnten, wenn Sie nicht in Ihrer unverschämten, selbst beweihräuchernden Art, der Herrscher über Leben und Tod sein wollten. Die Behauptung, man würde sich an Merten versuchen, bringt nun das Fass zum Überlaufen. Sie selbst sind doch im "Versuch" steckengeblieben oder woher rühren sonst die von Ihnen dokumentierten ach so schrecklichen Beißvorfälle? Unser Rat: Drum prüfe was sich ewig bindet, ob sich nicht doch was Besseres findet!!!

Ihre Einstellung ist für alle Tierheime und Pflegestellen, die sich für von Ihnen ins Land geholte Tiere (auffällig oder nicht) einsetzen, ein Schlag ins Gesicht.

Für uns sind nicht alle Tiere "unheilbar" und nicht alle, die sich solcher Tiere annehmen, sperren Sie weg!

Unheilbar scheinen für uns nur Menschen mit Ihrer Einstellung und "Voltax" gibt es in jeder Apotheke ohne Rezept. Gut gegen Vergesslichkeit. Merten zum Tierhof Straelen zu überstellen und den Tierhof Straelen dann als Kleine Arche zu bezeichnen ist schon amüsant!!!

Sollten Sie Fragen zu uns haben, wenden Sie sich bitte an die zuständigen Behörden, inwieweit wir "wegsperren" oder "töten" und, was Merten angeht, der im übrigen schon vom zuständigen Veterinäramt beäugt wurde, können wir Ihnen nur sagen:

Lieben Dank für diesen tollen Hund, über den wir auf jeden Fall weiter berichten werden (auch in Form von unabhängigen Behörden und eines Sachverständigen).

Jetzt ist es Zeit, um unsere Aufmerksamkeit Merten zu widmen. Deshalb schließen wir hier erstmal.

Verlassen Sie sich drauf: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Wir bleiben dran und haben noch genügend Input.

Mit noch freundlichen und kostenlosen Grüßen

Ihr Team des Tierhofes Straelen

P.S. Kommentare können gern in unser Gästebuch gesetzt werden!

 

 

BINGO – 13 Jahre Einzelhaft auf 2 qm

Von einer aufmerksamen Spaziergängerin wurde uns mitgeteilt, das auf einem abseits gelegenen, nicht mehr bewohnten und zum Verkauf stehenden Bauernhof ein Zwingerhund säße, der zwar Wasser und Futter habe, aber wir uns doch bitte mal die Unterbringung ansehen möchten, ob dies dem Tierschutzgesetz entspräche.
Zuerst dachten wir, es handele sich um das erforderliche Mindestmaß eines Zwingers und man würde wie so oft, bei dieser Art der Hundehaltung bei den Besitzern auf taube Ohren stoßen.
Das Bild, was sich uns jedoch dann bot, war unfassbar:

Das Aussengehege von "Bingo", einem schwarzen Mischlingshund, war winzig (ca. 2 qm). In der Mauerrückwand befand sich eine kleine Öffnung, bei der man sich fragen musste, ob der Hund überhaupt durch diese Öffnung passt.In der Hoffnung, hinter der Öffnung wenigstens einen entsprechenden Innenraum vorzufinden, wurden wir wieder eines Besseren belehrt. In einer Garage hatte man für "Bingo" eine Ecke gemauert in der Größe von 1m x 0,80 m x 0,40m und als Dach dienten ein paar Bretter. Unglaublich, hier konnte der Hund nicht einmal aufrecht stehen.

Inzwischen war uns bekannt, dass die Eigentümerin des Hofes verstorben ist und der Hof von den Erben über einen Immobilienmakler zum Verkauf angeboten wurde. Nun konnten wir die Telefonnummer eines Erben in Erfahrung bringen. Sofort setzten wir uns mit dem Veterinäramt in Verbindung und sowohl der Amtsveterinär als auch wir versuchten den ganzen Tag diesen Erben zu erreichen, aber leider sprang nur die Mailbox an. Abends erreichte uns dann endlich der Rückruf. Der Herr konnte unsere Empörung gar nicht verstehen und erklärte uns:

"Der Hund lebe seit 13 Jahren schon so und zu der Zeit sei dieser auch nicht jeden Tag zwecks Auslauf aus dem Zwinger gekommen und im übrigen würden Hühner viel schlechter gehalten, so dass der Hund im Gegensatz zu den Hühnern Platz genug habe. Außerdem sei der Hof derzeit unbewohnt und der Hund als Wachhund von Vorteil. Abgesehen davon, würde der Hund es nicht überleben, wenn man ihn jetzt aus seiner gewohnten Umgebung herausholen würde."

O h n e W o r t e ! ! !

Wir erklärten dem Herrn, dass er mit dieser Art der Hundehaltung definitiv gegen das Tierschutzgesetz verstoße und dass das Veterinäramt tätig werden müsse und welche Konsequenzen und Kosten auf die Erben zukommen würden. Nach einer kurzen Bedenkzeit und Rücksprache mit den anderen Erben kam dann der erlösende Anruf:

Wir dürfen "Bingo" abholen, die Erben verzichten freiwillig auf den Hund!!!

Nun ist Bingo bei uns, ein ganz munterer, liebenswerter, lauffreudiger kleiner Kerl, bei dem alle Lebensgeister wieder aktiviert sind und der ganz und gar nicht von dieser Welt gehen möchte, sondern den freizügigen Auslauf, seinen kuscheligen Schlafplatz und den menschlichen Kontakt in vollen Zügen genießt.

Wir wünschen unserem "Bingo" noch ganz viele schöne Jahre, in denen er das neue Hundeleben auskosten kann.

Auch im Namen von "Bingo" bedanken wir uns bei der aufmerksamen Spaziergängerin, die nicht nur hingesehen und mitgefühlt sondern auch gehandelt hat!!!

Dem Veterinäramt Kleve, explizit Herrn Pfizenmaier, möchten wir für die tatkräftige Unterstützung in dieser Sache unseren besonderen Dank aussprechen!

 

Bronko,
im Alter von 15 Jahren gestorben am 25.06.2009.

Deine Kumpeline Dina und wir vermissen Dich sehr. Aber wir hoffen, dass Du durch die Liebe und Geborgenheit, die wir Dir noch geben konnten, entschädigt wurdest für all das, was Du vorher durchleiden musstes.

Wir bedanken uns auch im Namen von Bronko bei dem Veterinäramt Bad Segeberg, Frau Dr. Pioch, die ihm durch ihr schnelles und unbürokratisches Handeln noch ein schönes Hundeleben ermöglicht hat.

 

LUCKY – Zwingerhund als Alarmanlage

 

Nachdem das Veterinäramt Kleve die Haltung eines Zwingerhundes überprüft hatte, bat uns die Amtsveterinärin um Mithilfe. An der Hundehaltung konnte von amtlicher Seite die Zwingergröße und der Ernährungszustand des Malinois-Terrier-Mischlings "Lucky" nicht bemängelt werden. Hinter Gittern zeigte sich Lucky nicht gerade von seiner freundlichen Seite, was natürlich auch nicht verwunderlich war, da Lucky seit Jahren im Zwinger vegetierte und seine einzige Funktion war es, Haus und Hof zu bewachen, damit nichts gestohlen wird. Der Standpunkt des Hundehalters war, dass er mit seinem Hund und auf seinem Grundstück machen könne, was er wolle. Der Hund müsse auch nicht gechipt und versichert sein, da Lucky das Grundstück nicht verlässt.

Natürlich sagten wir der Amtsveterinärin zu, dass wir versuchen werden, den Hund dort auf unbürokratische Weise aus diesem Elend herauszuholen.

Nachstehend geben wir das Telefonat mit dem ausländischen Hundehalter, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt, der deutschen Sprache durchaus mächtig ist, sich aber bei jeglicher Kritik beim Sprechen überschlägt, in Kurzform wieder:

Wir schilderten dem Hundehalter die vorhandenen Probleme bezüglich seiner Hundehaltung und dass es in Deutschland ein Tierschutzgesetz gibt, nach welchem auch er sich richten müsse. Seine Argumente waren dann folgende:

Er müsse arbeiten und seine Frau könne den Hund an der Leine nicht halten, ferner sei es sein Hund und sein Grundstück, so dass er machen könne, was er wolle.
Geld wolle er für den Hund nicht ausgeben, das brauche er für die Familie.
Wenn der Hund gechipt und versichert werden muss, dann soll das Veterinäramt oder der Tierhof Straelen das auch bezahlen.
Sollte er den Hund freiwillig abgeben und ihm würde dann z.B. das Fahrrad oder das Auto von seinem Hof gestohlen, dann müsse das Veterinäramt oder der Tierhof Straelen ihm den entstandenen Schaden ersetzen.
Wir wussten nicht so genau, ob wir nun über die Einstellung des Hundehalters lachen sollten – ganz ehrlich dachten wir zuerst er wolle uns verarschen – aber uns sollte schnell klar werden, dass er auf seine oben wiedergegebene Meinung beharrte. Sozusagen:

"Lebende Alarmanlage gegen vom Kreis bzw. Tierschutz bezahlter Diebstahlversicherung!!!"

Nach langem Hin und Her wurde dem Hundehalter klar, dass aus Spass sehr schnell Ernst werden sollte. Nochmal unser ganzer Text von vorn inklusive der Aufzählung, dass wir durchaus bereit sind, in den nächsten Wochen eine 24-Stunden-Überwachung vorzunehmen, um dokumentieren zu können, dass der Hund keinen Auslauf bekommt.

Mit dem Bemerken "Ach, da liegt der Hase im Salat!" (Ha, Ha), schrie er in den Hörer, wir sollen am nächsten Nachmittag vorbeikommen und könnten den Hund abholen.

Das ließen wir uns selbstverständlich nicht zweimal sagen und vermerkten bei "Lucky`s" Abholung in unserem Abgabevertrag, dass sich der Hundebesitzer verpflichtet keinen Hund mehr anzuschaffen und wir regelmäßig Kontrollen durchführen würden. Den Zwinger konnten wir leider nicht abbauen, da dieser fest einbetoniert worden ist. Die deutsche Lebensgefährtin des Hundehalters war auch bei der Abholung zugegen. Die Einstellung dieser recht unwitzigen und unsympathischen Dame möchten wir hier gar nicht im Einzelnen wiedergeben. Der Sohn des Hauses bemerkte dann bei der Verabschiedung: "Endlich sei der kläffende Köter jetzt weg".

Wieder einmal unser Kommentar hierzu: O h n e W o r t e ! ! !

Nun lebt "Lucky" hier, ist mit einer Hundedame vergesellschaftet, saugt jede Streicheleinheit auf, ist super gelehrig und genießt nach Jahren der Gefangenschaft seine Freiheit.