Väterchen Zufall hat mal wieder zugeschlagen

Sicherlich wird uns nun wieder unterstellt, dass wir ein persönliches Problem mit dem Verein Retriever in Not/Liberty for Dogs haben. Um dem vorzugreifen: Nein, wir haben kein Problem mit dem Verein, sondern mit den Handlungsweisen der Verantwortlichen im Namen des Tierschutzes. 

Am 25. Oktober 2012 erhielten wir einen Anruf von B. K. mit der Bitte zwei Neufundländer für sie aufzunehmen. Sie hätte eine Hündin und einen Rüden im Auto, wollte diese eigentlich in einer Pflegestelle unterbringen. Aufgrund der Tatsache, dass beide Hunde sich kratzten und der Rüde bereits offene Stellen hatte, vermutete Frau B. K. einen Milbenbefall, Frau B. K. bat uns um Aufnahme der Tiere zum Zwecke der Quarantäne. Frau B. K. überstellte die Hunde und gemeinsam begaben wir uns zur Tierärztin M. M.. Das Ergebnis der Untersuchung geht aus den tierärztlichen Bescheinigungen hervor. Bei Ankunft der Hunde stellte sich heraus, dass die beiden Neufundländer ursprünglich aus dem Bestand von Hüttermann aus Ascheberg kamen. Über die Zustände bei Hüttermann, die von Peta aufgedeckt wurden, berichteten bereits die Medien. 

http://www.peta.de/web/jeden_tag_ein.6410.html

Retriever in Not/Liberty for Dogs unterstützte Herrn Hüttermann bei der Erfüllung der vom Veterinäramt gestellten Auflagen und übernahm mehrere Hunde aus dem Bestand. Das ist für diejenigen, die dem Tierschutzgedanken gerecht werden wollen, absolut nicht nachzuvollziehen und nur unter dem Aspekt "wir brauchen Hunde" zu erklären. 

Frau B. K. berichtete uns, wie es zu der Aufnahme der beiden Hunde durch den Verein Neufundländer in Not e.V. kam.

Am 21. September 2012 setzte sich Frau Auf der Maur erstmalig mit dem Verein Neufundländer in Not e. V. in Verbindung zwecks Übernahme der beiden Neufundländer Indira und Bernd. Nach der Zusage zur Aufnahme nahm Frau Auf der Maur aber wieder Abstand von ihrer Anfrage.
Die Begründung lautete: "Liebe Frau B., ich habe die Hunde heute geholt und im Laufe des Tages haben sich zwei Plätze für die Beiden in unserem Verein ergeben. Es ist doch immer das Gleiche, zeigt man Bilder, geht es meistens sehr schnell."

Am 24. Oktober 2012 wandte Frau Dagmar Auf der Maur, erste Vorsitzende des Vereins Retriever in Not/Liberty for Dogs, sich erneut an den Verein Neufundländer in Not e.V. und bat nunmehr die Neufundländerhündin namens Indira aufzunehmen, sie würde diese für 200,00 € Kastrationskostenzuschuss dem Verein abtreten. Gleichzeitig bat AdM darum, den Hund auf keinen Fall öffentlich zur Vermittlung zu stellen und am besten unmittelbar in eine Endstelle außerhalb von NRW zu unterzubringen. Das lehnte Frau B. K. ab, denn einen Hund, den man selbst nicht kennt und von dem man sich vorher keinen eigenen Eindruck gemacht hat, könne man nicht in eine Endstelle geben, das wäre viel zu riskant. Einige Zeit später fragte AdM an, ob Neufundländer in Not ggf. noch einen Rüden übernehmen könnte. Nunmehr wollte sie für beide Hunde einen Kastrationskostenzuschuss in Höhe von insgesamt 200,00 € und schickte umgehend per Email die Überlassungsverträge und die Adressen der Pflegestellen an B. K..

Am 25. Oktober 2012 machte Frau B. K. sich mit einem Kollegen auf den Weg, um die Hunde aus den Pflegestellen abzuholen. Die Pflegestelle von Indira berichtete, dass Indira am 24. September 2012 kastriert worden sei trotz einer vorherrschenden Blasenentzündung. Den Originalimpfpass hatte die Pflegestelle nicht vorliegen. Eine ordentliche Übergabe leider Fehlanzeige. Die Pflegestelle war über die Abholung nicht informiert, kein Impfpass, keine Arztberichte, kein Blutbild, keine weiter führenden Medikamente… etc. Frau B.K. berichtete, dass es schon bei der Abholung augenscheinlich war, dass es der Hündin von der gesamten Konstitution und dem Hautbild nicht gut gehen könne. Frau B. K. hatte den Eindruck, dass die Pflegestelle sich rührend um Indira gekümmert hat, allerdings nicht unbedingt sachkundig sei. 

Bernd holte sie in einer anderen Pflegestelle ab, bei der sich allerdings herausstellte, dass es gar keine Pflegestelle von RiN/LfD war. Vielmehr wurde diese vom Vereinstierarzt Helmut St. eruiert. Die Pflegestelle berichtete, dass sie zufällig mit ihrer Hündin beim Tierarzt Helmut St. vorstellig war. Da sie vor kurzer Zeit ihre Dogge verloren hatte, bat Helmut St. sie, doch einen Neufundländerrüden in Pflege zu nehmen, der bei ihm kastriert worden sei und zur Zeit noch in Narkose läge. Diese Dame nahm Bernd dann noch in Narkose mit, ohne zu wissen, ob sich ihre Hündin mit ihm verträgt. Diese Pflegestelle erfuhr erst ca. anderthalb Wochen später, von welchem Verein dieser Hund stammt und seinen Namen. Die Pflegestelle berichtete dann weiter, dass Helmut St.  öfter Hunde des Vereins Retriever in Not/Liberty for Dogs auf Pflegestellen vermittele. Sie sei weder kontrolliert worden, noch hätte jemand bei ihr nach Bernd gefragt. Sie sei selbst aktiv geworden, um zu forschen, wem der Hund denn nun gehört. Sie erklärte auch, dass Bernd seit seiner Ankunft an offenen und nässenden Stellen leide. Da sich der Rüde unentwegt kratzte, setzte sie sich noch einmal mit dem Tierarzt in Verbindung, führte den Rüden dort vor und der Tierarzt gab ihm eine Spritze gegen den Juckreiz. Gleichzeitig teilte sie mit, dass ihre Hündin sich mittlerweile auch vermehrt kratzen würde. Frau B. K. konnte sich vor Ort davon überzeugen, dass auch die Hündin der Pflegestelle an offenen und juckenden Stellen litt.

Auch diese Dame hätte sich rührend um Bernd gekümmert, hätte allerdings nicht genügend finanzielle Mittel, um den Hund adäquat zu versorgen. 

Durch den Laborbefund hebt sich besonders hervor, dass beide Hunde Sarkoptes AK positiv sind. Die im tierärztlichen Befund zu ersehenden Angaben zu den Kastrationsnarben sprechen für sich. Bei Indira sind die Nierenwerte erhöht und die Herzleistung stark eingeschränkt. Bei Bernd wurde eine leichte Anämie festgestellt und er sollte zukunftsorientiert an beiden Augen operiert werden, was wir selbstverständlich veranlassen werden. Hier sei noch darauf hingewiesen, dass die Impfpässe für Indira und Bernd erst am 12. November 2012 eintrafen. 

Für uns ist es absolut unerklärlich und verantwortungslos, Hunde mit Sarkoptes zum einen auf nicht sachkundige Pflegestellen zu setzen, dadurch den vorhandenen Tierbestand durch Ansteckung zu gefährden, Hunde an einen anderen Verein zu übergeben, ohne auf Krankheiten aufmerksam zu machen und  zum anderen bei dem oben beschriebenen Krankheitsbild zu impfen und zu kastrieren. Die Krönung ist allerdings, dass der behandelnde Tierarzt das schwere Herzproblem von Indira weder bei der Impfung noch bei der Kastration bemerkt haben will. Wir stellten Indira drei voneinander unabhängigen Tierärzten vor, welche dies beim erstmaligen Abhören feststellten, so dass sofort eine kardiologische Untersuchung erfolgte, mit niederschmetterndem Befund. Der Tierarzt erklärte uns, dass wir auch bei absoluter Schonung von Indira jederzeit mit dem plötzlichen Ableben rechnen müssen. 

Eine solche Vorgehensweise des Vereins Retriever in Not/Liberty for Dogs spricht unserer Meinung nach keinesfalls für eine sachkundige und verantwortungsbewusste Tierschutzarbeit und das, obwohl der Verein immer wieder beteuert aus Fehlern gelernt zu haben. Immer wieder gerät der Verein Retriever in Not/Liberty for Dogs in die Kritik. Grundsätzlich wird versucht die Kritik mit fadenscheinigen Ausreden zunichte zu machen. Selbst der WDR "Tiere suchen ein Zuhause" bietet dem Verein eine Plattform, obwohl bereits diverse Kritikpunkte dem WDR zugetragen wurden. Der Verein Retriever in Not/Liberty for Dogs bezeichnet sich selbst als größte "Zuchthundehilfe" und geht bei so heiklen Themen wie Sarkoptes grob fahrlässig vor. Das ist nur ein Beispiel von zwei Hunden. Wir mögen uns nicht ansatzweise das Ausmaß eines solchen Handels ausmalen, gemessen an der Masse der Hunde, die dieser Verein zu den von deutschen Vermehrern übernommenen Hunden auch noch aus dem Ausland einführt. 

Fragwürdig bleibt auch, wieso Indira und Bernd so plötzlich den Verein verlassen mussten, obwohl Frau Auf der Maur der Züchterin von Indira die Herausgabe des Hundes verweigerte und dieser versicherte, dass Indira mehr als gut untergebracht sei. Für uns ist und bleibt es ein Verein, der mehr Fragen als Antworten aufwirft.

Die Veterinärbehörden Soest und Coesfeld haben wir verständigt, denn Sarkoptes ist kein Spaß. 

Hier ein mehr als treffender Beitrag zu diesem Thema:

http://www.doggennetz.de/index.php?option=com_content&view=article&id=985:aua803-segensreiche-sachkunde-sarkoptes-milben-oder-wenn-rinler-die-kraetze-kriegen&catid=35:aua&Itemid=53

Was muss noch alles passieren, bevor die Unterstützer wach werden und der WDR die Kritik bezüglich dieses Vereins endlich ernst nimmt? Wie "augenscheinlich gesund" ist das System?

Falls nun Frau Paulsberg meint (sie soll sich zwischenzeitlich mit einem neuen Hund getröstet haben, obwohl Indira bei der Züchterin bis heute nicht vollständig bezahlt wurde) Ansprüche auf Indira erheben zu können, so werden wir sie gerne enttäuschen!

Sollten die Verantwortlichen des Vereins RiN/LfD nun wieder einen Anwalt mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragen, um aufzuzeigen, wie böse doch die Kritiker sind, ein kleiner Denkanstoß von uns: Das Geld kann man sinnvoller in sachgerechte, verantwortungsbewusste und tierärztlich vernünftige Behandlung stecken! Und Respekt gegenüber den Tieren ist lange überfällig und wäre wünschenwert!

Zur Erinnerung:

http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/2.192/tierschutzer-entdecken-einen-kleinbus-voller-hunde-1.643753?searched=true

http://www.soester-anzeiger.de/nachrichten/kreis-soest/bad-sassendorf/pillen-post-tierschutzverein-verurteilt-2567925.html

http://www.wa.de/nachrichten/hamm/stadt-hamm/hammerin-will-ihren-hund-zurueck-2532088.html

http://www.wa.de/nachrichten/hamm/stadt-hamm/wurde-indira-verkauft-herberner-welpenhaendler-dirk-huettermann-legt-quittung-2533854.html

http://www.youtube.com/watch?v=0vdEJM8n9c8

4 Kommentare
  1. petra lohmann
    petra lohmann sagte:

    OmG, das ist unfuckingfassbar. Ich bin selber in einem Verein ( Berner and Friends Nothilfe mit Herz), wenn da solche Vorgehensweisen praktiziert würden, wär ich nicht dort:(((( Nichts geschieht ohne Vor- und Nachkontrolle, mein Pflegi ist rundum tierärztlich versorgt durch BaF. Es werden Hundeschulen und Trainer vermittelt wenn es Sorgen gibt, und ich hab eine Betreuerin, die ich jederzeit erreichen kann. Ich hab echt gedacht, dass es in jeder Nothilfe so funktioniert, ich glaub gern an das Gute. Man… ich kenn hier im Dorf eine Hündin, die von denen kommt. Ich danke für den Augenöffner.

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  2. Ruth
    Ruth sagte:

    Wenn es euch nicht gäbe, was würde aus den armen Viechern bloß werden?

    Mich wundert einfach nichts mehr, was im Tierschutz abgeht.

    Lasst Euch nicht durch diese Leute *) entmutigen, denn ihr seit die Stütze dieser geschundenen Tiere. Leider sind richtige Tierschützer wie Ihr es seit, schon eine Seltenheit geworden. Schade!

    Tina, du hast schon viele gute Arbeit geleistet.

    LG

    Ruth

    *) Der Kommentar ist redaktionell bearbeitet worden. Wir bitte bei Kommentaren auf verunglimpfende Formulierungen zu verzichten. Vielen Dank!

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  1. […] 25. Oktober 2012 kamen Bernd & Indira bei uns auf dem Tierhof an. Siehe auch: Väterchen Zufall hat mal wieder zugeschlagen und Größte deutsche Zuchthundehilfe übereignet infektiöse […]

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